Kiew/Tschernobyl (APA) - Es ist ein ehrgeiziges technologisches Megaprojekt, das 25 Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe von Tschernobyl die Sicherheit der Atomruine für die nächsten 100 Jahre garantieren soll. Auf dem verstrahlten Gelände des Kraftwerks werden derzeit die Fundamente für eine
"Das ist kein
Der Plan: Auf einem Areal von 90.000 Quadratmetern werden die einzelnen Teile zunächst zusammengesetzt und dann das ganze Konstrukt um
Das "größte Risiko" in Tschernobyl sei ein Zusammenbruch der bestehenden Schutzummantelung, sagt Vince Novak, Direktor für Nukleare Sicherheit bei der mit der Finanzverwaltung beauftragten Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Durch aufwendige Stabilisierungsarbeiten an der Westwand des "Sarkophags" habe ein solcher Unfall bisher verhindert werden können. Heute könne die Schutzummantelung auch Erdbeben überstehen, versichert er. Das Risiko einer neuerlichen nuklearen Kettenreaktion sei laut Studien "so gut wie Null".
Das zweite Tschernobyl-Großprojekt ist ein sicheres Lager für abgebrannte Brennelemente, die aus den übrigen stillgelegten drei Reaktoren verbracht werden müssen. Dafür sind 285 Millionen Euro veranschlagt. Während für die Schutzhülle noch 600 Millionen Euro fehlen, benötigt das Lager noch 140 Millionen Euro. "Teil des Erbes ist auch, dass das Wissen über die Brennelemente exklusiv bei den (russischen, Anm.) Versorgern war. Die Betreiber im Kraftwerk verfügten nicht über jenes Wissen, wie man das im Westen erwarten würde", sagt Novak. Auch das neue Lager für 20.000 abgebrannte Brennstoffteile soll in den nächsten drei bis vier Jahren in Betrieb gehen.
Um die Finanzierungslücke zu stopfen, will die
"Ich bin zuversichtlich in Hinblick auf den Geberprozess", sagt Jean-Paul Joulia, zuständiger Abteilungsleiter im Außenhilfsprogramm der EU-Kommission, EuropeAid. "Unser Ziel ist, dass wir den vollen Betrag erreichen. Aber wir müssen auch sehen, dass wir in in einer wirtschaftlich schwierigen Lage sind." Eine Hoffnung der Europäer ist Russland. Früher habe sich Moskau nur minimal an Sicherheitsprojekten für Tschernobyl beteiligt, "das ändert sich jetzt", sagt Joulia. Die Verhandlungen, wer wie viel zahlt, laufen noch.